Lutherkekse gehen immer
Wittenberger Gebäck zum Reformationstag
Hamburg (AC) | 22. September 2009 - Er ist 5 Millimeter dick, hat einen Durchmesser von gut 5 Zentimetern und rundherum 18 Zähnchen – der Lutherkeks.

Die Prägung auf der Oberseite des Mürbegebäcks ist der Lutherrose nachempfunden. Das Luthersche Familienwappen zeigt rundherum einen goldenen Ring – ein Hinweis auf Gottes Ewigkeit. Der blaue Hintergrund ist ein Zeichen der himmlischen Verheißung bei Gott, die weiße Rose das Symbol für Fröhlichkeit und Frieden. In der Mitte das Herz: der Glaube allein. Das Kreuz – zentrales Element des Motivs, mit dem der Reformator seine zahlreichen Briefe siegelte - das Kreuz allein fehlt auf dem Keks. Denn ein Keks ist ein Keks und keine Oblate. Gebacken wird er – wo sonst? - in Wittenberg. Von dort findet er jetzt seinen Weg in die Welt.
Kenner mögen ihn genau so wie er ist: knusprig, trocken, mit gutem Biss, ein Butterkeks eben. Doch sind der geschmacklichen Verfeinerung kaum Grenzen gesetzt: ob Schokocreme, Nussmus, in den Kaffee getunkt oder auch in Rotwein – der Keks geht mit allem, nur nicht auf den Keks. Er findet Anklang bei nahezu sämtlichen Zielgruppen gemeindlicher Aktivitäten, von der Krabbelgruppe bis zum Seniorenkaffee, ob als Pfadfinder-Wegzehrung oder knackiger Begleiter bei spätabendlichen Kirchenvorstandssitzungen. „Die Lutherkekse“, so Michael Stahl, Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg, „sollen neugierig machen auf Martin Luther und die Geschichte der Reformation.“
Tatsächlich hat das geprägte Mürbegebäck eine lange christliche Tradition: Bereits im Mittelalter gab es Model: Formen aus Stein, Metall, Keramik oder Holz, um Gebäck mit Bildern zu versehen, in der kirchlichen Hostienbäckerei. Die ersten Motive waren christlichen Ursprungs: biblische Geschichten oder christliche Symbole verzierten die sogenannten Springerle, Spekulatius oder eben – Kekse. Erst seit dem 17. Jahrhundert setzten sich mehr weltliche Traditionen durch. Je nach Motiv wurde das Gebäck zu Verlobungen und Hochzeiten oder auch als Werbegeschenk verschenkt.
Aus Anlass der Lutherdekade greift der kirchliche Werbedienst nun auf diese alte Tradition zurück. Stahl, der bereits die bekannten Lutherbonbons erfunden hat, sagt dazu: „Mit den Keksen lässt sich das Thema der Reformation in der Gemeinde ins Gespräch bringen.“ Am 31. Oktober ist Reformationstag - ab sofort können die Lutherkekse bestellt werden.
Eingestellt am: 22.09.2009


